YamSuph

Bei der Versammlung der Asche,

das Schilfmeer — Yam Suph.

Hier wird Lilith in die Verbannung verstoßen.

Die Erste der Frauen

liegt in ihrer Stille;

Blut fließt wie die Flut,

Flüche rollen wie Räder.

Tag um Tag

bewegt sie sich im Wirbel von Geburt und Fall.

Der Seewind ist die Wunde der alten Götter;

zerbrochene Knochen ragen zu Riffen auf.

Töchter, geboren aus dem Scharlach,

kauern sich am Strand in einem Ring.

Ihre Gesichter sind neu,

ihre Seelen uralt,

ihre Augen gleich alt wie die Menschheit — die Sirenen.

Einst standen sie im Nebel;

ihr Haar spannte sich wie ein Netz im Wind;

Krallen gruben sich in den Stein.

In ihrem Gesang – ein fehlendes Orakel,

ein Epos, das in Blätter zerbrochen ist.

Hier werden die Schiffe entzaubert.

„Je näher der Wahrheit, desto weiter vom Ufer.“

Ihre bemalten Phantome brennen wie Leuchtfeuer,

und die Zivilisation gibt sich immer wieder den Riten der Flut hin.

Eines Tages träumte ein heimwehkranker junger Seemann:

der Mast geht unter, und Zungen aus Feuer verschlingen sich.

Im Feuerblick erblickt er – sechs Wasserpferde nebeneinander, mit Spinnenseide und karmischer Flamme in ihrem Kielwasser, ein Stierkadaver und die schuppenlose silberne Phiole und ein Puma, der den großen Rumpf in tiefere Reiche zieht. Durch Tränenschimmer werden Sirenen blass und zittern. Schönheit öffnet sich, Schönheit wird verzehrt und wieder verzehrt … Ermahnungen stürzen zur Achse der Erde; Orakel werden in Knochen gesalzen, nur jene Augen, Altersgenossen der Zivilisation, ordnen sich wie Sternbilder.

Through tear-shinethe Sirens dim and tremble.Beauty opens;beauty is consumed—until…Admonitions plunge to the earth’s axle;oracles are salted into bone;only those eyes, age-mates of civilization, marshal themselves like constellations.